Horizonte erweitern, Spaß im kühlen Naß

Equipment

Abgesehen vom "normalen" Equipment für das Tauchen (Flasche, Blei, Floßen, Automat, Maske) hat sich folgende Aufstellung bewährt.

 

Alle hier gezeigten Tools, Details und Ideen sind der Dokumentation meiner Selbst verpflichtet und sollen auf keinen Fall als Handlungsvorgabe oder Anleitung zum selbst probieren oder für eigene Tauchgänge (auch unter dem Eis) verleiten.

Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass alle hier gezeigten Dinge und Aktionen m.U. lebensgefährlich sein können und (besonders) das Eistauchen festen Regeln und Abläufen unterliegt, die der geneigte Taucher innerhalb seiner Ausbildung zum Eistauchen von einem professionellen Tauchlehrer vermittelt bekommt und bekommen muss. - Diesen Anweisungen der Ausbildung ist unbedingt folge zu leisten auch wenn hier ein anderes Verfahren dargestellt wird.

Meine "Must haves" für das Eistauchen

Trockentauchanzug

Ich habe seit Jahren immer einen Neoprentrocki benutzt. Meine ersten Tauchgänge unter dem Eis waren noch mit einem Trilaminat, aber wenn mal klar ist, dass es öfters auch unters Eis gehen soll, kann ich Neopren (solange er gut sitzt) absolut empfehlen.

Zwei Automaten (je 1. und 2. Stufe)

Keine Frage. Zwei (eisfeste) erste und zweite Stufen müssen es sein.

Flasche mit zwei Abgängen

Das ergibt sich dann automatisch aus den zwei ersten Stufen.

Warme Unterwäsche

Ich hab hier relativ dünne aber hochwertige Skiunterwäsche an. Das Problem ist das übliche "nicht zu viel aber nicht zu wenig". Hast Du zu viel an, bist Du schon einmal naß geschwitzt bevor du ins Wasser gehst und dann wird es kallt. Hast Du zu wenig an, ist es unter Wasser auch kalt.

Ersatzklamotten

Nicht nur für Dummheiten wie Loch falsch schneiden und dann einbrechen, empfiehlt es sich eine Garnitur Klamotten mit dabei zu haben. Feuscht wird es immer mal im Anzug and dann ist etwas Warmes/Trockenes danach sehr gesundeheitsvörderlich.

Handtuch

Etwas zum Haare, Hände, Gesicht, etc. abtrocknen war immer hilfreich.

40 Meter Eisleine

Die Eisleine ist eine der Lebensversicherungen und sollte mit Bedacht gewählt werden.
Ein MUSS ist die Tatsache, dass die Leine im Wasser schwimmen muss (PE), damit sie immer unter dem Eis hängt, sich am Grund nicht verfängt und im Falle eines Risses dem Rettungstaucher den Weg zu Dir anzeigt.
Entgegen meiner genutzten Leine, sollte man eigentlich eine signal gelbe Leine nutzen, damit der Kontrast zum Eis gegeben ist.

Legt das Teil bitte unbedingt unter dem Bleigurt an, damit dieser problemlos abgeworfen werden kann.

2 Meter Körperleine

Da die eigentliche Eisleine an deinem Körper UND am Jacket befestigt wird, ist eine eigene kurze Leine die um den Bauch getragen wird sehr praktisch. Hier wird dann die EIsleine bestigt. Zur Not habe ich auch die Eisleine um den Bauch gewickelt, aber das ist recht umständlich.
ACHTUNG: Nicht bei der PADI Ausbildung verwenden. Dort ist nur EINE einzige, also die 40Mtere Eisleine, erlaubt, da eine weitere Leine, Karabiener, etc. eine weitere Fehlerquelle darstellen und die Sicherheit damit negativ beinflusst.

Motorsäge

Ein Loch zu hacken ist echte Arbeit. Daher habe ich mir vor Jahren eine Motorsäge mit einem 35'er Schwert besorgt. Bitte als Kettenöl NUR biologisch abbaubares Öl benutzen, auch wenn man letztendlich wegen dem Eis und Wasser nicht wirklich eines benötigt.- Gibt es beim gut sortierten Baumarkt um die Ecke.
Eine gut geschliffene Kette spart Kraft und bringt Spaß. Eis ist härter als Holz und damit sollte die Kette geprüft und ggf. geschliffen werden.
Und 30cm Schwert reichen voll und ganz aus.

Tauchermesser

Das Messer ist zwar unter Wasser absolut sinnlos um damit ein Loch zu stechen, aber um sich aus  Angelseelen o.Ä. zu schneiden ein absoluter Segen.

Kopfhaube

Zusätzlich zu meiner normalen Kopfhaube habe ich vor Jahren von meinem Lieblingstauchbuddy eine Keflarhaube geschenkt bekommen. Sieht aus wie eine der Badehauben auf den 70*ern, hällt aber die Birne schön warm und wird unter der normalen Kopfhaube getragen.


Es gibt auch sog. Eishauben die den Kopf und das Gesicht sehr eng umschließen. So ein Teil habe ich auch in meiner Tauchkiste, aber persönlich komme ich damit nicht sonderlich zurecht das es zu eng am Kiefer wird. Da die Maske auf der Haube liegt kommt (bei mir) immer etwas Wasser rein, was es wenigstens unangenehm macht.

Ausserdem erschreckt man damit alle auf dem Eis, weil man aussicht wie ein Überbreibseln der letzten SM-Party.

Mobiltelefon

Ein gelandenes Mobiltelefon (auch ohne SIM-Karte) empfiehlt sich um ggf. die Rettungskette zu aktivieren.

Streugut

Eis ist recht rutschig und besonders wenn rund um das Loch das Wasser steht. Streugut wie es der Winterdienst oft bereitstellt tut hier gute Dienste.

Gutes Klebeband

Es gibt kaum etwas, dass sich nicht mit einem guten Klebeband fixen läßt. - Das Teil ist (wie man sieht) auch bei "normalen" Tauchgängen immer mit dabei, entsprechend "benutzt" sieht das Band ja auch aus.

Meine "Nice to haves" für das Eistauchen

Eisschraube

Für Eistauchen ohne "richtige" Fixpunkte für das Seil (z.B. mitten auf dem See) ist das Teil genial.
Es kommt ursprünglich aus der Bergsteigerwelt und "schneidet" sich regelrecht ins Eis ohne die zu splittern. Damit sitzt es bombenfest und kann nach dem Tauchen sehr leicht wieder aus dem Eis herausgedreht werden.

UW-Lampe

Braucht man für Eistauchen am Tag eigentlich nicht. Ich hab sie trotzdem meistens mit, da die Videokamera darauf montiert ist und sie vom Gewicht her mit meiner Tarierung stimmt. Ausserdem gibt es tolle Effekte, wenn das Eis nochmals beleuchtet wird und tolle Reflexionen entstehen.

UW-Video/Foto

Dem aufmerksamen Betrachter meiner Webseite ist sicherlich aufgefallen, dass ich eine Kamera mit zum Tauchen nehme.
Ihr wärt überrascht, wie minimal der Aufwand dafür ist. Das Teil hatte 2016 knapp 140€ gekostet und ist der GoPro nachempfunden. Kann 4K-Videos und hat ein paar Features für's Tauchen. Das Gehäuse ist lt. Hersteller sogar bis 30Meter Wasserdicht.
Ich hab es mir auf ein altes Motorrad "BrainCap" (ein dünner Motorradhelm) montiert. Damit stört es mich beim Tauchen nicht. Du kannst es aber auch in der Hand halten oder wie meine zweite Variante auf die UW-Lampe montieren.

Wärmepacks

Heat- oder Geelpacks in die Leiste (Hostentasche), Brust oder Nierengegend halten schön warm. Aber Achtung, nnicht auf die blanke Haut, das wird dann zu heiß.

Argon

Da Argon ein Edelgas ist, hat es eine sehr schlechte Wärmeleitfähigkeit. Nutzt man also Argon anstatt Pressluft für den Trocki, ist es ein wenig wärmer.

Iso-Matte

Wenn man bei der Leinenführung länger in den Trockifüßlingen auf dem Eis steht, wird es schnell kalt. Eine ISO-Matte bringt hier gute Dienste.

Neoprensocken

Warme Füße sind das A&O. Dünne Neoprensocken (nicht zu klein) wirken hier Wunder.

Neopren- oder Kevlarmütze

80% der Körperwärme gehen über den Kopf verloren und der Körper kann die Durchblutung im Kopf nicht reduzieren, so wie bei der Haut oder den Extremitäten. - Naja, kann er schon, aber dann folgt die Ohnmacht.
Also habe ich eine dünne Kevlarmütze die noch mal wärme brigt.

Nierengurt (mit Heatpacktaschen)

Gibt es im Motorradladen und bringt die Wäre dorthin wo man sie braucht.

Signallampe

Besser gefunden wird man sicherlich mit einer entsprechenden Blinkleuchte.